Eine alte Feindin des Iran: Barbie. Foto: Tracheotomy Bob (Flickr.com)
Blond, langbeinig, bei Kindern auf der ganzen Welt beliebt - und natürlich ein „Symbol unmoralischer westlicher Kultur”, wie Irans Sittenwächter befinden. Aber muss man Barbie darum gleich verbieten?
Der Iran zieht seit Freitag gegen Barbie zu Felde. Alle Spielzeuggeschäfte wurden angewiesen, die Puppen aus den Regalen zu nehmen. Die Polizei machte Dutzende Läden dicht.
Offiziell verboten hat der Iran Barbie bereits Mitte der 90er Jahre, das staatliche Institut für die intellektuelle Entwicklung von Kindern sprach damals den Bann aus. Zu viel Makeup, zu knappe Kleidung: Barbie galt den Behörden als "Trojanisches Pferd", mit dem westliche Verhaltensformen ins Land geschmuggelt werden.
Aber Barbie blieb beliebt, und die Geschäfte verkauften die Puppe einfach weiter. Anfang des Jahrtausends versuchte der iranische Staat eine neue Offensive, brachte das Geschwisterpaar Sara und Dara als biedere Alternative zu Barbie und Ken auf den Markt. Allerdings entwickelten sich die konservativ gekleideten Puppen zu Ladenhütern. Alle wollten nach wie vor nur Barbie.
Jetzt der neue Schlag gegen Spielzeugläden. Ob jedoch die Sittenwächter des Iran Barbie auf diese Weise den Garaus machen, darf bezweifelt werden. Es dürfte ihnen ähnlich ergehen wie den Eltern, die Barbie wegen des rückständigen Frauenbilds (immer hübsch, brav, gut gelaunt) ablehnen, die das Püppchen transportiert. Die Kinder wollen Barbie, die Kinder werden sich Barbie irgendwie beschaffen. Widerstand ist zwecklos!
Kaufen wir uns Make-Up, damit die Jungs uns mögen!